Q&A - Fragen und Antworten

Hier beantworten wir häufige Fragen.

Lichtenreuth – wo kommt der Name her?

Das ehemalige Güterbahnhofareal an der Brunecker Straße in Nürnberg hat einen neuen Namen erhalten: Lichtenreuth. Die Eigentümerin, die Aurelis Real Estate GmbH & Co. KG (Aurelis), orientiert sich mit dem Namen Lichtenreuth an der historischen Stadtentwicklung. So befindet sich das Areal auf dem Gebiet des ehemaligen Forstbezirks Lichtenhof, der 1358 erstmalig erwähnt wird. Der Namensbestandteil „-reuth“ weist auf eine Rodung hin und findet sich auch in zahlreichen anderen Nürnberger Stadtteilnamen wie Großreuth, Kleinreuth oder Sandreuth wieder. Mit dem neuen Namen will Aurelis individuell auf den Charakter des Standorts Nürnberg eingehen. Außerdem möchte aurelis deutlich machen, dass hier ein neuer Stadtteil von Nürnberg entsteht, der harmonisch in die Stadt integriert wird. Bewusst wurde auf so gängige Verkaufsnamen wie Quartier oder Karrée verzichtet.

Kann die ehemalige Umladehalle auf dem Gelände nicht erhalten werden?

Ein Erhalt der Halle würde eine Vielzahl von Problemen aufwerfen. Das gravierendste ist dabei der städtebauliche Aspekt. Immerhin nahezu 4 Hektar Fläche würden durch einen Erhalt der Halle für eine sinnvolle städtebauliche Entwicklung des Gesamtquartiers Lichtenreuth blockiert werden. Dazu kommen ungelöste Erschließungs- und Nutzungsfragen. Keines der 12 internationalen Architektur- und Stadtplanungsbüros hat dazu im städtebaulichen Ideenwettbewerb tragfähige Lösungen gewusst. Wesentlichster Punkt ist die ungeklärte Nutzungsfrage: wie soll die riesige Halle, die keine geschlossenen Fassaden hat und daher nicht beheizbar ist, zukünftig genutzt werden? Als Messehalle, wie vorgeschlagen, ist sie nicht geeignet und von der Messe Nürnberg auch nicht gewünscht. Bislang gibt es auch sonst keinen einzigen tragfähigen und zu Ende gedachten Vorschlag. Nicht zuletzt aber sollte ehrlich gesagt werden, warum denn die Halle überhaupt erhalten werden sollte? Diese Frage wird im Rahmen des Denkmalschutzes geprüft: Ein Objekt ist dann schützens- und erhaltenswert, wenn es geschichtliche, künstlerische, städtebauliche, wissenschaftliche oder volkskundliche Bedeutung hat und ein Erhalt im Interesse der Allgemeinheit liegt. Nach Prüfung des Landesamtes für Denkmalpflege treffen diese Kriterien für die ehemalige Umladehalle nicht zu. Die Halle wurde im Krieg in ihren wesentlichen Teilen zerstört und in den 50er Jahren wieder aufgebaut. Insbesondere die Decken- und Dachkonstruktion ist neuzeitlich. Mangels Bedeutung spricht aus Sicht der Fachleute des Denkmalschutzes nichts für einen Erhalt der Umladehalle.

Gibt es auf dem Gelände noch Altlasten?

Aufgrund der jahrzehntelangen gewerblichen Nutzung des Areales liegen in Teilbereichen der Fläche Boden- und Grundwasserbelastungen vor, die im Rahmen zahlreicher Untersuchungskampagnen umfassend untersucht und räumlich eigegrenzt wurden. Dabei wurden mehr als 1.000 Analysen durchgeführt. Bereiche mit hohen Schadstoffbelastungen wurden bzw. werden bereits (im Auftrag der Vorbesitzerin, der Deutschen Bahn AG) umfassend in enger Abstimmung mit dem Umweltamt der Stadt Nürnberg nachhaltig saniert. Zur Schaffung gesunder Wohn- und Lebensverhältnisse auf dem gesamten Areal wird im Rahmen der Flächenentwicklung eine umfassende Entfernung von belasteten Bodenschichten erfolgen. Damit wird sichergestellt, dass bei der angestrebten Umnutzung später keinerlei Beeinträchtigungen oder Einschränkungen der Umwelt sowie der künftigen Einwohner und Nutzer des Areals mehr gegeben sind. Die Aushubarbeiten zur Entfernung der belasteten Bodenschichten werden unter der Begleitung eines Kampfmittelgutachters erfolgen, so dass bei Auffinden eventueller Munitionsreste der Kampfmittelräumdienst des Bayerischen Innenministeriums diese ordnungsgemäß räumen kann. Nach Durchführung der Bodenaushubmaßahmen wird deshalb das Areal frei von Kampfmitteln sein. Alle Arbeiten werden durch erfahrene Altlastensachverständige in enger Abstimmung mit den zuständigen Umweltbehörden (z.B. Umweltamt, Wasserwirtschaftsamt, Gesundheitsamt etc.) geplant, überwacht und dokumentiert.

Wie geht es denn jetzt auf dem Lichtenreuth-Areal weiter?

Derzeit wird der Flächennutzungsplan überarbeitet. Im Herbst 2015 wurde dieser vom Stadtrat eingeleitet, nachdem der städtebauliche und landschaftsplanerische Wettbewerb entschieden wurde. Das Beratergremium hat sich einstimmig für den Entwurf des Rotterdamer Büros West 8 entschieden. Dieser ist Grundlage für die im Herbst gestartete städtebauliche Rahmen- und Bebauungsplanung, also die Anpassung des Flächennutzungsplans für das Areal - parallel zu einem Bebauungsplanverfahren. In Teilbebauungsplänen sollen dann einzelne Bereiche des rund 100ha großen Gebiets überplant werden. Dann kann gebaut und entwickelt werden. Selbstverständlich wird es in diesem Prozess weiterhin umfangreiche Öffentlichkeitsbeteiligung geben.

Wieso konnten erst 2014 die nächsten Schritte für das Areal an der Brunecker Straße beschlossen werden?

Bei dem Areal an der Brunecker Straße handelt es sich um eine Fläche von fast 900.000 Quadratmetern. Zusammen mit den Flächen der Stadt Nürnberg sind es sogar insgesamt rund 100 Hektar. Damit handelt es sich aktuell um eine der größten deutschen Projektentwicklungen. Die Probleme und Herausforderungen, die vor einer konkreten Planung dieser Größe bewältigt werden müssen, sind höchst komplex: Verkehrsführung, Lärmentwicklung, Bodenbelastung, Bestandsschutz für bestehende Gewerbebetriebe, Vorgaben durch umliegende Bebauung wie Wohnen oder Bahngelände, Messe und Straßen. Bereits im Vorfeld mussten viele Arbeiten erledigt werden und eine Abstimmung mit der Stadt Nürnberg erfolgen. Insgesamt hat dies viel Zeit in Anspruch genommen. Der nun gefundene Kompromiss der schrittweisen Entwicklung in Abschnitten stellt dabei eine Lösung dar, mit der alle Beteiligten gut leben können. Im April 2014 konnte eine Rahmenvereinbarung zwischen aurelis und der Stadt Nürnberg geschlossen werden.